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Weinwissen

Amarone & Ripasso

Amarone della Valpolicella und Valpolicella Ripasso stammen aus demselben Weinbaugebiet in Venetien, werden aber unterschiedlich erzeugt. Amarone entsteht aus angetrockneten Trauben. Für Ripasso wird Valpolicella-Wein auf den Trestern von Amarone beziehungsweise Recioto erneut vergoren. Die Herstellungsverfahren und die jeweiligen Herkunftsregeln sind für ihre Einordnung entscheidend.

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Amarone & Ripasso

Herkunft und Grundlagen

Valpolicella in Venetien

Das Anbaugebiet liegt in der Provinz Verona und umfasst mehrere Täler und Hügelzüge. Die Herkunftszusätze Classico und Valpantena bezeichnen innerhalb der jeweiligen Appellation abgegrenzte Gebiete. Sie geben Auskunft über die Traubenherkunft und sind von Reifebezeichnungen wie Riserva zu unterscheiden. Amarone: Produktionsregelwerk, Artikel 3

Corvina, Corvinone und Rondinella

Für beide Herkünfte bilden Corvina Veronese und/oder Corvinone mit zusammen 45 bis 95 Prozent sowie Rondinella mit fünf bis 30 Prozent die Grundlage. Weitere zugelassene rote Sorten können innerhalb der festgelegten Grenzen hinzukommen. Amarone und Ripasso sind daher üblicherweise anhand einer geregelten Rebsortenkombination einzuordnen. Ripasso: Produktionsregelwerk, Artikel 2

Zwei getrennte geschützte Herkünfte

Amarone della Valpolicella besitzt eine DOCG, Valpolicella Ripasso eine DOC. Jede Herkunft hat ihr eigenes Produktionsregelwerk. Der ähnliche geografische Ursprung und gemeinsame Rebsorten ändern nichts daran, dass unterschiedliche Verfahren und Anforderungen gelten. Consorzio Valpolicella

Einordnung und Erzeugung

Amarone: Appassimento vor der Gärung

Für Amarone werden geeignete, gesunde Trauben nach der Lese zum Antrocknen ausgelegt. Dabei verlieren die Beeren Wasser; das Verhältnis der Inhaltsstoffe verändert sich. Dieses Appassimento findet vor der alkoholischen Gärung statt. Belüftung, Traubenzustand und die Kontrolle des Trocknungsverlaufs sind wesentliche Bestandteile des Verfahrens. Amarone: Produktionsregelwerk, Artikel 5

Amarone: Reife und Riserva

Amarone muss mindestens zwei Jahre reifen, gerechnet ab dem 1. Januar nach der Ernte. Für Riserva sind mindestens vier Jahre vorgeschrieben; diese Frist beginnt bereits am 1. November des Erntejahres. Die verschiedenen Stichtage sind beim Vergleich zu beachten. Eine bestimmte Fassgröße lässt sich aus dem Herkunftsnamen nicht ableiten. Amarone: Mindestzeiten

Ripasso: erneute Gärung auf Trestern

Beim Ripasso wird bereits erzeugter Valpolicella-Wein auf Trestern aus der Herstellung von Amarone und/oder Recioto erneut vergoren. Vorgeschrieben ist ein einmaliger Ripasso; der Kontakt zur erneuten Gärung muss mindestens drei Tage dauern. Das Verfahren unterscheidet sich damit grundlegend von der Vergärung zuvor angetrockneter Trauben für Amarone. Ripasso: Produktionsregelwerk, Artikel 5

Ripasso und Ripasso Superiore

Valpolicella Ripasso darf frühestens am 1. Januar des zweiten Jahres nach der Ernte vermarktet werden. Für Superiore gelten unter anderem höhere analytische Mindestwerte: Der tatsächliche Alkoholgehalt muss mindestens 13 statt 12,5 Volumenprozent betragen. Die Bezeichnung ist somit an überprüfbare Anforderungen gebunden. Ripasso: Artikel 5 und 6

Fachwissen

Appassimento ist ein Verfahren

Der Begriff bezeichnet das Antrocknen von Trauben. Allein daraus folgt noch keine Berechtigung, den Wein Amarone zu nennen. Dafür müssen auch Herkunft, Rebsorten, Ertragsgrenzen und sämtliche weiteren Anforderungen der Amarone-DOCG erfüllt sein. Ein Appassimento-Wein anderer Herkunft ist entsprechend seiner eigenen Bezeichnung einzuordnen. Amarone: Herkunft und Erzeugung

Ripasso ist keine Mischung zweier fertiger Weine

Die technische Grundlage des Ripasso ist eine erneute Gärung von Valpolicella auf den vorgeschriebenen Trestern. Die Beschreibung als bloße Mischung aus Valpolicella und Amarone erfasst dieses Verfahren nicht. Für die fachliche Kommunikation sind Ausgangswein, Tresterkontakt und erneute Gärung die entscheidenden Merkmale. Ripasso: vorgeschriebenes Verfahren

Recioto und Amarone unterscheiden

Beide Namen stehen im Valpolicella-Gebiet im Zusammenhang mit angetrockneten Trauben. Recioto ist der süße Weintyp; Amarone wird als trockener beziehungsweise durchgegorener Stil eingeordnet. Das bedeutet bei Amarone nicht automatisch einen Restzuckergehalt von null: Sein Regelwerk legt zulässige Werte abhängig vom Alkoholgehalt fest. Amarone: analytische und sensorische Anforderungen

Classico beschreibt die Herkunft

Classico verweist auf das historisch abgegrenzte Teilgebiet, Valpantena auf die entsprechende Talzone. Die Zusätze benennen weder ein bestimmtes Fass noch eine alternative Trocknungsmethode. Ein Amarone Classico Riserva vereint daher eine geografische Angabe mit einer geregelten Reifekategorie. Amarone: Kennzeichnung

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Quellen und weiterführende Informationen