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Weinwissen

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist Österreichs wichtigste Rebsorte. Ihr Spektrum reicht von leichten, fruchtbetonten Weißweinen bis zu konzentrierten Weinen mit Entwicklungspotenzial. Herkunft, Traubenreife und Ausbau prägen den Stil. Das häufig genannte „Pfefferl“ ist ein charakteristischer Aromaeindruck, der je nach Wein unterschiedlich deutlich ausfällt.

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Grüner Veltliner
Grüner Veltliner

Herkunft und Grundlagen

Abstammung und Name

Grüner Veltliner geht auf Traminer und die als St. Georgen bezeichnete Rebsorte zurück. Trotz des ähnlichen Namens handelt es sich nicht um eine grüne Farbvariante des Roten Veltliners. Weißgipfler ist ein historisches Synonym; die frühere Bezeichnung Grüner Muskateller führt dagegen botanisch in die Irre. BMLUK: Grüner Veltliner und seine Abstammung

Schwerpunkt im Nordosten Österreichs

Die größte Bedeutung besitzt die Sorte in Niederösterreich, insbesondere im Weinviertel und in den Weinbaugebieten entlang der Donau. Auch im Burgenland und in Wien wird sie angebaut. Die Rebsortenangabe allein benennt deshalb weder eine einzelne Region noch einen festgelegten Weinstil. BMLUK: Grüner Veltliner und seine Abstammung

Standort und Reife

Grüner Veltliner wächst auf unterschiedlichen Böden, darunter Löss und verwittertes Festgestein. Die Sorte kann hohe Erträge liefern; Ertragssteuerung und Lesezeitpunkt müssen daher zum angestrebten Stil passen. Für die Reifeentwicklung sind ebenso Wasserversorgung, Witterung und die konkrete Lage entscheidend. Weinviertel DAC: Sortenmerkmale

Einordnung und Erzeugung

Rebsorte und DAC

DAC kennzeichnet gebietstypischen österreichischen Qualitätswein nach den Regeln der jeweiligen Herkunft. Grüner Veltliner spielt etwa bei Weinviertel DAC, Kamptal DAC und Wachau DAC eine wichtige Rolle. Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Gebieten; DAC ist keine einheitliche Ausbauvorschrift für die Rebsorte. BMLUK: Grüner Veltliner und seine Abstammung

Tank, Holz und Hefelager

Edelstahltanks werden häufig für fruchtbetonte Ausprägungen verwendet. Auch der Ausbau im Holzfass ist möglich. Gärtemperatur, Schalenkontakt vor der Gärung und Dauer des Hefelagers beeinflussen Aromatik und Textur. Der Einsatz eines Holzfasses bedeutet dabei nicht zwangsläufig einen deutlich wahrnehmbaren Holzgeschmack. Domäne Wachau: Grüner Veltliner – Expertise

Unterschiedliche Reifestile

Lesezeitpunkt und Verarbeitung erlauben leichte, mittelgewichtige und kräftige Ausprägungen. Grüner Veltliner wird überwiegend trocken ausgebaut, eignet sich aber auch für edelsüße Weine. Angaben zu Rebsorte und Herkunft sollten deshalb zusammen mit dem konkreten Weintyp und den Analysedaten gelesen werden. Weinviertel DAC: Sortenmerkmale

Fachwissen

Das „Pfefferl“ und Rotundon

Ein wichtiger Träger des pfeffrigen Aromas ist Rotundon. Untersuchungen der HBLA und des Bundesamts für Wein- und Obstbau Klosterneuburg zeigen, dass seine Konzentration zwischen Regionen, Jahrgängen und weinbaulichen Maßnahmen stark schwankt. Ein zurückhaltender Pfefferton ist deshalb kein Beleg gegen die Sortentypizität eines Grünen Veltliners. Klosterneuburg: Forschung zur Pfefferaromatik

Federspiel ist keine Rebsorte

Federspiel ist eine geschützte Stilbezeichnung der Vinea Wachau. Sie bezeichnet trockene Wachauer Weine mit bis zu 12,5 Volumenprozent Alkohol und kann unter anderem bei Grünem Veltliner und Riesling erscheinen. Die Angabe ergänzt die Herkunft und die Rebsorte, ersetzt sie jedoch nicht. Vinea Wachau: Steinfeder, Federspiel und Smaragd

Reife und Balance

Ein hoher Reifegrad allein erklärt die Qualität nicht. Bei Grüner Veltliner müssen Zuckerentwicklung, Säure und physiologische Traubenreife zusammenpassen. Die Domäne Wachau weist darauf hin, dass eine sehr starke Ertragsreduktion eine zu schnelle Zuckerreife begünstigen kann. Entscheidend ist die auf Standort und Weinstil abgestimmte Bewirtschaftung. Domäne Wachau: Grüner Veltliner – Expertise

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Quellen und weiterführende Informationen