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Weinwissen

Amber & Orange Wine

Amber Wine beziehungsweise Orange Wine bezeichnet Weißwein, der mit den Schalen der weißen Trauben vergoren wird. Die Bezeichnung beschreibt eine Herstellungsweise, keine Rebsorte und keine einzelne Herkunft. Der Schalenkontakt verändert Farbe, Aromatik und Textur; spanische Erzeuger greifen diese international verbreitete Arbeitsweise ebenfalls auf.

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Amber & Orange Wine
Amber & Orange Wine

Herkunft und Grundlagen

Historischer Bezug: Georgien und Qvevri

Ein bedeutender historischer Bezug ist die georgische Qvevri-Weinbereitung. Dabei werden eingegrabene Tongefäße zur Gärung und Reifung verwendet; Traubensaft und feste Traubenbestandteile bleiben zusammen. Die UNESCO nahm diese traditionelle Methode 2013 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. UNESCO – Traditionelle georgische Qvevri-Weinbereitung

Beispiele aus Spanien

Orange Wine ist auch in Spanien vertreten. Dominio de Punctum in der Provinz Cuenca führt beispielsweise Weine ausdrücklich unter dieser Stilbezeichnung. Die Einordnung unter Spanien verweist hier auf solche Erzeuger. Sie bedeutet nicht, dass Amber oder Orange Wine eine spanische Herkunftsbezeichnung wäre. Dominio de Punctum – Dokumentierte Weinstile · Dominio de Punctum – Herkunft in der Provinz Cuenca

Einordnung und Erzeugung

Vergärung auf den Schalen

Bei dieser Form der Weißweinbereitung bleiben die festen Traubenbestandteile während der alkoholischen Gärung beim Saft. Dazu gehören insbesondere Schalen und Kerne, je nach Verfahren auch Stiele. Die OIV beschreibt die entsprechende Kategorie als ausschließlich aus weißen Trauben erzeugten Wein mit verlängerter Maischestandzeit. OIV – Weißwein mit Maischestandzeit

Farbe und Gerbstoffe

Der Schalenkontakt führt zur stärkeren Extraktion phenolischer Verbindungen. Dadurch können sich eine goldene bis bernsteinfarbene Tönung sowie spürbare Gerbstoffe entwickeln. Wie ausgeprägt diese Merkmale sind, hängt von Rebsorte, Traubenreife und Verarbeitung ab. Eine kräftige Orangefärbung ist daher kein zuverlässiges Maß für die Dauer des Schalenkontakts. AWRI – Herstellung und Eigenschaften von Amber Wine

Gefäß und Sauerstoffführung

Die Maischegärung kann in unterschiedlichen Behältern stattfinden, etwa in Tanks, Holz oder Tongefäßen. Ein Qvevri ist somit eine mögliche Form der Herstellung, keine Voraussetzung für jeden Orange Wine. Auch der Umgang mit Sauerstoff beeinflusst den Stil; ausgeprägte Oxidationsnoten sind kein zwingendes Kennzeichen. AWRI – Herstellung und Eigenschaften von Amber Wine

Fachwissen

Die OIV-Definition und der Sprachgebrauch

Für ihre Kategorie „Weißwein mit Maischestandzeit“ nennt die OIV eine Mindestdauer von einem Monat Kontakt mit den festen Traubenbestandteilen. Dieser definierte Standard sollte von der allgemeineren Stilbezeichnung Orange Wine unterschieden werden. Der tatsächliche Herstellungsablauf eines Weins lässt sich am besten anhand der Angaben des Erzeugers nachvollziehen. OIV – Weißwein mit Maischestandzeit

Schalenkontakt ist nicht immer Maischegärung

Auch bei anderer Weißweinbereitung kann der Most vor der Gärung eine Zeit lang auf den Schalen stehen. Wird anschließend gepresst und der Saft ohne Schalen vergoren, ist das Verfahren von einer Gärung auf der Maische zu unterscheiden. Zeitpunkt und Dauer des Kontakts sind deshalb getrennt zu betrachten. AWRI – Schalenkontakt bei Weißwein

Orange Wine und Schwefelzugabe

Die Herstellungsweise legt nicht automatisch fest, ob ein Wein mit oder ohne Schwefeldioxidzugabe erzeugt wird. Das AWRI beschreibt beide Möglichkeiten. Auch auffällige Bitterkeit, übermäßige Oxidation oder mikrobiologische Fehltöne sind von einer gewollten Gerbstoffstruktur zu unterscheiden. Die Stilbezeichnung ersetzt keine fachliche Beurteilung des einzelnen Weins. AWRI – Herstellung und Eigenschaften von Amber Wine

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Quellen und weiterführende Informationen