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Weinwissen

Chianti & Chianti Classico

Chianti und Chianti Classico sind zwei eigenständige geschützte Herkunftsbezeichnungen der Toskana. Beide beruhen auf Sangiovese, unterscheiden sich jedoch in Anbaugebiet, Rebsortenvorgaben und Weintypen. Für die fachliche Einordnung sind die vollständige Herkunftsbezeichnung, der Jahrgang und Zusätze wie Riserva oder Gran Selezione entscheidend.

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Chianti & Chianti Classico

Herkunft und Grundlagen

Zwei eigenständige Herkunftsbezeichnungen

Chianti Classico bezeichnet das historische Kerngebiet zwischen Florenz und Siena. Chianti DOCG umfasst weitere abgegrenzte Weinbaugebiete der Toskana. Seit 1996 besitzt Chianti Classico ein eigenständiges Produktionsregelwerk. Die Bezeichnung ist daher keine Unterzone des heutigen Chianti DOCG. Consorzio: Eigenständigkeit des Chianti Classico

Sangiovese als gemeinsame Grundlage

Sangiovese bildet die Grundlage beider Herkünfte. Die vorgeschriebenen Mindestanteile sind jedoch unterschiedlich. Chianti Classico Annata und Riserva verlangen mindestens 80 Prozent Sangiovese; ergänzend sind in der Toskana zugelassene rote Rebsorten möglich. Weiße Rebsorten sind für Chianti Classico nicht zugelassen. Consorzio: Weintypen und Rebsorten

Herkunft innerhalb des Chianti-Gebiets

Bei Chianti können geografische Zusätze wie Rufina, Colli Senesi oder Colli Fiorentini das Herkunftsgebiet genauer benennen. Das 2026 geänderte Regelwerk führt acht Unterzonen einschließlich Terre di Vinci. Solche Zusätze beschreiben eine geografische Herkunft; Riserva kennzeichnet dagegen einen Weintyp mit zusätzlichen Anforderungen. Chianti: Produktionsregelwerk 2026

Einordnung und Erzeugung

Chianti DOCG

Nach dem ab der Erntekampagne 2026/2027 geltenden Regelwerk beträgt der Sangiovese-Anteil 60 bis 100 Prozent. Ergänzende Sorten unterliegen eigenen Grenzen; weiße Rebsorten sind insgesamt bis zu zehn Prozent zulässig. Für ältere Jahrgänge gelten die jeweils anwendbaren früheren Bestimmungen. Eine allgemeine Angabe von mindestens 70 Prozent ist deshalb für neue Jahrgänge nicht mehr aktuell. Produktionsregelwerk, Artikel 2

Chianti Riserva

Chianti Riserva muss mindestens zwei Jahre reifen, gerechnet ab dem 1. Januar nach der Ernte. Für einzelne Unterzonen kommen besondere Ausbauvorgaben hinzu. Riserva benennt somit eine geregelte Kategorie innerhalb der Herkunft; der Begriff legt für sich allein weder ein bestimmtes Fassformat noch ein einheitliches Geschmacksbild fest. Produktionsregelwerk, Artikel 5

Chianti Classico Annata und Riserva

Chianti Classico ohne den Zusatz Riserva hat eine Mindestzeit von zwölf Monaten. Für die Riserva sind mindestens 24 Monate Reife vorgeschrieben, darunter drei Monate in der Flasche. Die zusätzliche Reifezeit ist verbindlich; wie stark der Ausbau den Wein prägt, hängt auch von den verwendeten Gefäßen und der Arbeitsweise des Erzeugers ab. Consorzio: Annata und Riserva

Chianti Classico Gran Selezione

Gran Selezione verlangt Trauben aus den vom erzeugenden Betrieb bewirtschafteten Weinbergen und mindestens 30 Monate Reife, darunter drei Monate Flaschenreife. Die strengere Rebsortenvorgabe mit mindestens 90 Prozent Sangiovese und höchstens zehn Prozent zugelassenen autochthonen roten Sorten gilt ab dem Erntejahrgang 2027. Bei früheren Jahrgängen ist diese Zusammensetzung nicht pauschal vorauszusetzen. Amtliche Änderung des Produktionsregelwerks 2023

Fachwissen

UGA: geografische Präzisierung bei Gran Selezione

Die elf Unità Geografiche Aggiuntive des Chianti Classico gliedern das Gebiet in genauer abgegrenzte Herkünfte. Dazu gehören beispielsweise Radda, Panzano und Lamole. Ihre Verwendung auf dem Etikett ist an Gran Selezione gebunden. Eine UGA ist eine Herkunftsangabe und keine Rangfolge einzelner Gemeinden oder Lagen. Consorzio: Die elf UGA

Classico, Riserva und Gran Selezione richtig lesen

Die Begriffe beantworten unterschiedliche Fragen: Chianti Classico bezeichnet eine eigenständige Herkunft; Riserva und Gran Selezione beschreiben geregelte Weintypen innerhalb dieser Herkunft. Für einen Vergleich müssen deshalb zunächst die vollständigen Bezeichnungen und anschließend Jahrgang, Rebsortenzusammensetzung und Ausbau betrachtet werden. Consorzio: Einordnung der Weintypen

Die Neuerungen von 2026

Das neue Chianti-Regelwerk ergänzt auch Chianti Rosé. Für diese Kategorie ist unter festgelegten Voraussetzungen bereits eine Zertifizierung geeigneter Weine aus der Ernte 2025 möglich. Die übrigen Änderungen gelten grundsätzlich ab der Erntekampagne 2026/2027. Für die Prüfung eines konkreten Weins sind daher sowohl der Jahrgang als auch die jeweilige Übergangsbestimmung relevant. Amtlicher Erlass vom 5. Juni 2026

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Quellen und weiterführende Informationen