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Weinwissen

Nero d’Avola

Nero d’Avola ist eine auf Sizilien verbreitete rote Rebsorte, die auch unter dem Namen Calabrese bekannt ist. Sie wird sowohl eigenständig als auch mit anderen Sorten verarbeitet. Herkunftsbezeichnungen wie Sicilia, Salaparuta oder Cerasuolo di Vittoria bestimmen, welche Rebsortenanteile und weiteren Produktionsvorgaben für den jeweiligen Wein gelten.

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Nero d’Avola

Herkunft und Grundlagen

Eine Rebsorte aus Sizilien

Nero d’Avola gehört zu den traditionellen roten Rebsorten Siziliens und ist heute auf der gesamten Insel verbreitet. Das Consorzio Sicilia nennt eine historische Erwähnung durch Francesco Cupani im Jahr 1696. Die genaue Entstehungsgeschichte der Sorte ist jedoch nicht abschließend geklärt. Consorzio Sicilia: Rebsortenporträt

Nero d’Avola und Calabrese

Calabrese ist ein weiterer Name derselben Rebsorte. Die sprachliche Herleitung wird unterschiedlich erklärt; eine häufig genannte Deutung verbindet sie mit Avola im Südosten Siziliens. Daraus folgt weder eine gesicherte Entstehungsgeschichte noch, dass jeder Nero d’Avola aus dem Gemeindegebiet von Avola stammt. Consorzio Sicilia: Name und Verbreitung

Region und konkreter Standort

Die breite Verbreitung auf Sizilien umfasst unterschiedliche Höhenlagen, Böden und klimatische Einflüsse. Das Consorzio beschreibt fruchtige, florale und würzige Ausprägungen, deren Gewichtung sich je nach Anbaugebiet verändert. Eine einheitliche Aromatik oder ein bestimmter Alkoholgehalt lässt sich aus dem Sortennamen allein nicht ableiten. Consorzio Sicilia: Eigenschaften der Sorte

Einordnung und Erzeugung

Nero d’Avola Sicilia DOC

Bei Sicilia DOC mit der Sortenangabe Nero d’Avola sind mindestens 85 Prozent dieser Rebsorte vorgeschrieben. Bis zu 15 Prozent andere zugelassene rote Rebsorten dürfen hinzukommen. Das Herkunftsgebiet der Sicilia DOC umfasst das Verwaltungsgebiet der Region Sizilien. Sicilia: Produktionsregelwerk, Artikel 2 und 3

Nero d’Avola Salaparuta DOC

Salaparuta ist eine eigenständige, räumlich enger abgegrenzte DOC in der Provinz Trapani. Die Trauben müssen aus geeigneten Flächen innerhalb der Gemeinde Salaparuta stammen. Für den mit Nero d’Avola bezeichneten Wein gilt ebenfalls ein Mindestanteil von 85 Prozent; die übrige Zusammensetzung richtet sich nach dem eigenen Regelwerk. Salaparuta: Produktionsregelwerk, Artikel 2 und 3

Cerasuolo di Vittoria DOCG

In dieser Herkunft im Südosten Siziliens wird Nero d’Avola mit Frappato kombiniert. Vorgeschrieben sind 50 bis 70 Prozent Nero d’Avola und 30 bis 50 Prozent Frappato. Cerasuolo di Vittoria ist ein Rotwein und eine eigene geschützte Herkunft, kein Synonym für sortenreinen Nero d’Avola. Consorzio: Produktionsregelwerk Cerasuolo di Vittoria

Riserva am Beispiel Salaparuta

Für rote Salaparuta-Weine mit dem Zusatz Riserva sind mindestens zwei Jahre Reife vorgeschrieben, darunter sechs Monate in Holz. Die Frist beginnt am 1. November des Erntejahres. Diese konkrete Vorgabe gehört zur Salaparuta DOC und darf nicht ohne Prüfung auf andere Herkünfte übertragen werden. Salaparuta: Produktionsregelwerk, Artikel 5

Fachwissen

Sortenname bedeutet nicht automatisch 100 Prozent

Die Etikettenangabe Nero d’Avola kann innerhalb der genannten DOC-Regeln einen Wein mit mindestens 85 Prozent dieser Sorte bezeichnen. Die Aussage „100 Prozent Nero d’Avola“ benötigt dagegen eine entsprechende Angabe des Erzeugers. Für einen fachlichen Vergleich sind Sortenname und tatsächliche Zusammensetzung getrennt zu betrachten. Sicilia: Rebsortenanteile

Salaparuta Rosso ist nicht gleich Salaparuta Nero d’Avola

Salaparuta Rosso verlangt mindestens 65 Prozent Nero d’Avola. Erst die zusätzliche Sortenangabe Nero d’Avola erhöht den Mindestanteil auf 85 Prozent. Schon dieser Unterschied zeigt, warum die vollständige Bezeichnung auf dem Etikett entscheidend ist. Salaparuta: Produktionsregelwerk, Artikel 2

Nero d’Avola als Bestandteil einer Cuvée

Cerasuolo di Vittoria macht die Rolle der Sorte in einer festgelegten Kombination deutlich. Hier ist der Anteil von Frappato verbindlicher Bestandteil der Herkunft. Ein solcher Wein ist nach den Regeln seiner DOCG zu beurteilen und nicht nach den Anforderungen eines Sicilia DOC mit alleiniger Sortenangabe Nero d’Avola. Cerasuolo di Vittoria: Rebsortenzusammensetzung

Herkunft, Ausbau und Stil zusammen betrachten

Die Herkunftsbezeichnung gibt einen verbindlichen Rahmen vor. Ob ein konkreter Nero d’Avola beispielsweise in Holz ausgebaut wurde und wie lange die Flaschenreife dauerte, muss anhand seiner technischen Angaben geprüft werden. Aus dem Sortennamen allein ergibt sich weder eine allgemeine Holzpflicht noch eine einheitliche Mindestlagerzeit. Salaparuta: Erzeugungs- und Reifevorgaben

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Quellen und weiterführende Informationen