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Weinwissen

Lugana

Lugana ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für Weißweine vom südlichen Gardasee. Grundlage ist die dort Turbiana genannte Rebsorte. Die DOC umfasst mehrere Weintypen, vom stillen Lugana über Superiore und Riserva bis zu Vendemmia Tardiva und Spumante. Herkunft, Reifevorschriften und Herstellungsweise erklären ihre Unterschiede.

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Lugana

Herkunft und Grundlagen

Eine Herkunft in zwei Regionen

Das Lugana-Gebiet liegt am südlichen Gardasee und reicht über die Grenze zwischen Lombardei und Venetien. Es umfasst abgegrenzte Flächen in den Gemeinden Desenzano del Garda, Sirmione, Pozzolengo und Lonato del Garda in der Provinz Brescia sowie Peschiera del Garda in der Provinz Verona. Consorzio: Das Anbaugebiet

Turbiana als Grundlage

Mindestens 90 Prozent der Trauben müssen von Trebbiano di Soave stammen, im Gebiet auch Turbiana oder Trebbiano di Lugana genannt. Bis zu zehn Prozent andere zugelassene, nicht aromatische weiße Sorten sind möglich. Lugana bezeichnet somit die geschützte Herkunft des Weins; Turbiana bezeichnet die örtlich verwendete Rebsorte. Produktionsregelwerk, Artikel 2

Böden und Einfluss des Gardasees

Charakteristisch sind kalkhaltige Tonböden in den flacheren Bereichen südlich des Sees. Zu den sanften Hügeln hin verändern sich die Böden; dort treten unter anderem sandigere und kiesigere Bestandteile hinzu. Der Gardasee wirkt auf das lokale Klima temperaturausgleichend. Innerhalb der DOC bestehen dennoch Unterschiede zwischen einzelnen Standorten. Consorzio: Böden und Klima

Einordnung und Erzeugung

Lugana DOC

Der stille Lugana bildet die grundlegende Ausprägung der Herkunft. Das Produktionsregelwerk legt unter anderem Traubenherkunft, Rebsortenanteile, Ertragsgrenzen und analytische Anforderungen fest. Eine gemeinsame Herkunft bedeutet dabei keine einheitliche Kellerarbeit: Die konkrete Vergärung und der Ausbau können sich von Betrieb zu Betrieb unterscheiden. Produktionsregelwerk: Erzeugung und Eigenschaften

Lugana Superiore

Superiore muss mindestens zwölf Monate reifen. Die Frist beginnt am 1. Oktober des Erntejahres. Die Bezeichnung ist damit an eine festgelegte Mindestzeit und weitere Anforderungen gebunden. Ein Holzausbau ist möglich, wird durch den Zusatz Superiore jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Produktionsregelwerk, Artikel 5

Lugana Riserva

Riserva verlangt mindestens 24 Monate Reife, darunter mindestens sechs Monate in der Flasche. Auch hier wird ab dem 1. Oktober des Erntejahres gerechnet. Die vorgeschriebene Flaschenreife ist Teil der Gesamtzeit und wird nicht zusätzlich zu den 24 Monaten gerechnet. Produktionsregelwerk: Riserva

Lugana Vendemmia Tardiva

Für die späte Lese bleiben die Trauben länger am Rebstock und werden in fortgeschrittenem Reifezustand geerntet. Das Consorzio grenzt diese Arbeitsweise ausdrücklich von der nachträglichen Trocknung geernteter Trauben in Trocknungsräumen ab. Vendemmia Tardiva beschreibt somit einen eigenen Weintyp, der gesondert von Superiore und Riserva einzuordnen ist. Consorzio: Vendemmia Tardiva

Lugana Spumante

Lugana wird auch als Schaumwein erzeugt. Möglich sind sowohl eine zweite Gärung im Drucktank nach der Martinotti- beziehungsweise Charmat-Methode als auch die traditionelle Flaschengärung. Die Angabe Spumante allein legt deshalb noch nicht fest, welches Verfahren verwendet wurde. Consorzio: Spumante

Fachwissen

Lugana und Turbiana nicht gleichsetzen

Ein Etikett mit Lugana DOC bestätigt eine geregelte Herkunft und die Einhaltung ihrer Produktionsvorgaben. Der Sortenname allein würde diese Herkunft nicht belegen. Ebenso bedeutet Lugana nicht automatisch 100 Prozent Turbiana: Das Regelwerk lässt einen begrenzten Anteil ergänzender weißer Rebsorten zu. Produktionsregelwerk: Herkunft und Rebsorten

Reifeangabe und Holz unterscheiden

Superiore und Riserva ermöglichen eine Einordnung anhand festgelegter Mindestzeiten. Ob und wie lange ein konkreter Wein in Holz, Edelstahl oder anderen zugelassenen Gefäßen ausgebaut wurde, ist den Angaben des Erzeugers zu entnehmen. Die Kategorie allein ersetzt diese Information nicht. Produktionsregelwerk: Ausbau

Entwicklung mit Flaschenreife

Das Consorzio beschreibt bei gereiftem Lugana eine Verschiebung von frischen, floralen und zitrischen Eindrücken hin zu komplexeren, teils nussigen und balsamischen Nuancen. Das ist eine mögliche Entwicklung, keine für jede Flasche identische Aromatik. Jahrgang, Ausbau und Lagerung müssen bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Consorzio: Charakter und Entwicklung der Weintypen

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Lugana DOC

Quellen und weiterführende Informationen